Warum Familientreffen so erschöpfen können

Sie sitzen am Familientisch, lächeln, antworten auf Fragen, halten Blickkontakt. Nach innen läuft ein anderer Prozess: Sie zählen die Minuten, bis Sie gehen können. Am nächsten Tag sind Sie erschöpft, obwohl Sie objektiv nur ein paar Stunden am Tisch gesessen haben.

Dieses Muster kennen viele autistische Erwachsene, besonders Menschen, die spät im Leben ihre Autismus-Diagnose erhalten oder eine Vermutung dazu entwickelt haben. Es hat einen Namen: Masking.

Familientreffen enthalten oft genau die Elemente, die das Nervensystem stark belasten. Small Talk ohne klares Ziel. Wiederkehrende, private Fragen zu Beziehungsstatus, Karriere oder Kinderwunsch. Mehrere Gespräche gleichzeitig im Raum. Wenig Möglichkeit, sich zurückzuziehen, ohne dass es auffällt.

Dazu kommt ein gesellschaftlicher Faktor: Bei der eigenen Familie gilt eine andere Regel als bei anderen Kontakten. Man nimmt teil, auch wenn es erschöpft. Familie gilt als automatischer Grund für Nähe, unabhängig davon, wie sich der Kontakt tatsächlich anfühlt.

Die Folge: Man funktioniert während des Treffens und zahlt danach den Preis, oft körperlich – Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, tagelange Erschöpfung.

Was Sie tun können

Wie Sie ein Familientreffen verlassen dürfen, ohne sich zu erklären, und warum eine Einladung keine Verpflichtung ist, lesen Sie in den nächsten beiden Artikeln dieser Reihe.

Falls Sie Unterstützung dabei möchten, dieses Muster für sich zu verändern: In meiner Praxis begleite ich seit über 16 Jahren Menschen mit Autismus, auch ohne offizielle Diagnose. Vereinbaren Sie ein kostenloses Kennenlerngespräch – unverbindlich und ohne Wartezeit.

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